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Universal 
Ein Veranstaltungslabel für den öffentlichen Raum / 
2004 -

 

 

Unter dem Titel Universal schufen Heiner Blum und Jakob Sturm mit einer erweiterten Projektgruppe der HfG Offenbach eine Diskurs- und Projektplattform zum Öffentlichen Raum. Das Universal ist eine Initiative zur Förderung selbst bestimmten, kommunikativen, kreativen Handelns in Arbeit, Freizeit und alltäglichen Prozessen.

Das Universal unterstützt und vernetzt Personen und Projekte, Einrichtungen und Initiativen, die zum sozialen Gefüge und zum Zusammenleben in der Region einen unverzichtbaren kreativen Beitrag leisten.

Es ermutigt und unterstützt Projekte auf unterschiedlichen Ebenen: temporäre, gemeinschaftliche, kulturelle, interkulturelle, soziale – bis hin zu solchen, die für einzelne oder eine Gruppe eine existenzielle Perspektive beinhalten.

 

Seit Gründung des Universals 2004 wurden in verschiedenen Konzeptpapieren die Ziele des Universals formuliert. Hier einige Auszüge aus einem Papier der Projektgruppe 2006:

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Das Universal ist ein Zeichen des Aufbruchs und des selbst bestimmten Handelns.

Jenseits der von Politik, Kultur und Wirtschaft angebotenen multiple-choice Angebote zur Ausdifferenzierung unserer Existenz hören Menschen auf zu warten und übernehmen die Kontrolle für ihr eigenes Sein und Werden.

 

Das Universal ist eine Schnittstelle zwischen Fühlen, Denken und Tun. Es provoziert dazu, Verantwortung zu übernehmen und bietet die Möglichkeit zur Selbstentfaltung, -hilfe, -bedienung und -entspannung. Es fordert und fördert persönliche und kollektive Kreativität.

Es ist die Antifernbedienung und sucht spezifische Lösungen für spezifische Potentiale. Als eine Art Transitzone überbrückt es die Schwelle zwischen Schweigen und Sprechen, Denken und Handeln, Fühlen und Begreifbar Machen, zwischen Schlafen und Wachen, Müßigqang und Arbeit, Entwerfen und Realisieren. Das Universal nimmt die Träume an der Hand.

 

Das Universal füllt ein Vakuum.

Unsere sozialen Systeme bieten vielfältige Räume für spezifische Gruppen. So gibt es Anlaufstellen für Kinder, Jugendliche und ältere Menschen. Orte für Abhängige, Verfolgte, Geschlagene, Obdachlose. Orte für »normale« Menschen sind in der Regel auf ausdifferenzierte Szenen ausgerichtet und in viel zu vielen Fällen konsumorientiert.

Für jedes Bedürfnis gibt es ein Produkt, doch scheinen all diese Produkte die Menschen im Innersten nicht zu befriedigen. Das Universal versteht sich als Fokus kommunikativer Prozesse, als Labor und Übergangsraum zur Entwicklung neuer Perspektiven auf Arbeit, Geld und freie Zeit.

 

 

Das Universal ist eine Verdichtung menschlicher Energien in Zeit und Raum.

Für die Dauer seiner Existenz schafft es eine Atmosphäre aufwühlender und fokussierender Vitalität. Das Universal nistet im großflächigen Leerstand der urbanen Zone. Im Zentrum der Aktivitäten befindet sich ein weiträumiger, multifunktionaler Ort. Er existiert in der Mitte der Stadt und steht den Lebendigen zur Verfügung. Situationen und Aktionen sind der Kern des Universal. Es ist offen für alle interessierten und neugierigen Menschen, die eine Vision in der Praxis umsetzen möchten. Inhaltlicher Schwerpunkt sind Projekte mit Service- und Produktions-Charakter, keine Posen, keine vordergründigen Eitelkeiten, keine Ausstellungen, keine Kunst im klassischen Sinne. Es ist der Ort für das, was man schon immer tun wollte, der Raum fürs Eigentliche, für die großen und die kleinen Träume. Die Energie des Universals speist sich aus dem Forum aller kreativen und experimentierfreudigen Menschen der Stadt.

 

Das Café Universal ist provisorisch und improvisationsfreudig

Das Café ist lokaler Mittelpunkt des Universal. Sein offenes Raumgefüge passt sich wie ein Chamäleon den Bedürfnissen seiner Nutzer an. Es bietet Flächen unterschiedlicher Größe und fördert die Koexistenz variabler und divergierender Projekte. Auf den verschiedenen räumlichen Ebenen gibt es Platz für große und kleine Unternehmungen, die für Minuten, lange Zeit, oder pointiert in temporären Intervallen platziert werden können. Das Café Universal schläft so gut wie nie. Es öffnet am Morgen und pulsiert bis in die späte Nacht.

 

Das Universal bildet mit seinen Satelliten Akkupunkturpunkte im urbanen Kontext

Es verfügt über mobile Aktions- und Präsentations-Einheiten, die zielgerichtet im öffentlichen Raum als variable Projektplattformen eingesetzt werden können.

 

Das Universal ist von Natur aus ein offenes Projekt.

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Universal / Künstlerische Leitung / Heiner Blum / Jakob Sturm

Universal / Projektgruppe seit 2004 / Altan Eskin / Andreas Schmidt / Anna Cruse / Benjamin Knabe / Christian Strobel / David Borchers / Gisela Kramm / Hannibal Tarkan Daldaban / Helena Schlichting / Heike Prehler / Inken Helldorfer / Jan Brand / Jan Lotter / Jeannine Fernandez / Jessica Schäfer / Marc Nothelfer / Michaela Binder / Mikko Hilgert / Oguz Sen / Olga Schulz / Pablo Martin de Jesus Garcia Pacheco / Rahel Seitz / Sandra Havlicek / Stefanie Humbert / Steve Valk / Sven Prothmann / Tania Lescano / Valerie Sietzy / Verena Friedrich / Veronica Aguilera Carrasco / Viviana Bravo-Botta

Zeichnungen / Jan Lotter