de / en
Schleifen / Frankfurt 
Endloser Club / 
2002

Schauspiel Frankfurt / Installation und Buch von Heiner Blum

Musik / Heiner Blum & Peter Kremeier

 

Das Projekt Schleifen besteht aus drei modularen Ebenen:

 

Im Zentrum steht die 9 x 21.6 x 2.25 Meter große Schleife. Die Schleife ist ein begehbares Tunnel-Objekt in Form einer liegenden Acht. Sie besteht aus rotem Kunststoff und ist aufblasbar. Der Zugang erfolgt über zwei Luftschleusen an den Scheitelpunkten. Die Schleife lädt ein zu endlosen Spaziergängen und kontemplativem Verweilen.

 

Sie befindet sich im Spannungsfeld eines massiven Soundsystems. Über die Lautsprecher werden in abwechselner Folge zwei Soundtracks eingespielt:

Schleifen A besteht aus geloopten Anfangspassagen von Popmusikstücken aus den Jahren 1959 bis heute. 

Die Anfänge sind in einer Kette von Überlagerungen und Überblendungen aneinandergereiht und bilden in ihrer Gesamtheit wiederum einen großen endlosen Loop.

Schleifen B bildet sich aus geloopten Auslaufrillen von Maxi-Singles aus den Jahren 1985 bis 2002. Die Geräusche der Auslaufrillen sind sehr massiv abgemischt und werden ähnlich wie Schleife A zu einem Endlosloop zusammengesetzt. Das Klangbild erinnert an eine Mischung aus Herztonfrequenzen und Störgeräuschen und läuft mit einer Geschwindigkeit von ca. 90 bpm.

 

 

 

 

 

 

Der Sound der beiden Schleifen Tracks ist von großer Dichte und steht beinahe greifbar und skulptural im Raum. Die Tracks haben eine Ausdehnung von zusammen ca. neunzig Minuten. Als Produzenten zeichnen Heiner Blum und Peter Kremeier (Lo Soul).

 

Drittes Element des Projekts ist das Buch A/B, das jeder Besucher mit der Eintrittskarte erhält. Es besteht aus jeweils 128 ersten und 128 letzten Sätzen literarischer Werke mittlerer Qualität. A/B ist der Katalog zu Schleifen. Die Besucher studieren es beim Verweilen in der Installation und nehmen es als Erinnerung mit auf den Weg.

 

Schleifen ist eine Produktion des Ballett Frankfurt unter William Forsythe in Kooperation mit dem Museum für Moderne Kunst, Frankfurt und group.ie.

 

Fotos / Christina Föllmer / Wolfgang Günzel